Praxis

Dr. Werner

Facharzt für innere Medizin, Bad Kreuznach

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Zöliakie/ Sprue


Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms, die auf einer lebenslangen Unverträglichkeit gegenüber dem Eiweiß Gluten beruht. Dieses Eiweiß kommt in den Getreidearten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer vor.

Die Unverträglichkeit gegenüber dem Eiweiß führt zu einer Entzündung und Schädigung der Schleimhaut- Zotten  des Dünndarms. Diese werden zumindest teilweise zerstört und abgebaut. Dadurch ist  die Aufnahme von Nahrung, die durch diese Zotten erfolgt, deutlich eingeschränkt. Das führt einerseits zu einem Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen ( Eisen, Kalzium usw), andererseits auch zu Durchfall, weil nicht verdaute Speisen in tiefere Darmabschnitte gelangen und dort vergärt werden.

Die Unverträglichkeit gegenüber  Gluten entsteht durch ein Zusammenspiel von erblichen und umweltbedingten Faktoren, der genaue Entstehungsmechanismus der Erkrankung ist allerdings  nicht aufgeklärt. Es bestehen Zusammenhänge zwischen der Zölikakie und anderen Erkrankungen mit Unverträglichkeiten ( Autoimmunerkrankungen) wie z.B. Diabetes Typ 1, Schilddrüsenentzündung, Leberentzündung.

Die Zöliakie ist nicht selten, ca 0,5 bis 1% der Bevölkerung sollen zumindest die Anlage zur Erkrankung in sich tragen. Sie tritt sowohl im Kindesalter als auch im Erwachsenenalter zwischen 30 und 40 Jahren gehäuft auf.

Das Vollbild der Erkrankung ( klassische Zöliakie) zeigt Durchfälle, Gewichtsverlust, Blähungen, Bauchschmerzen und Erbrechen. Durch fehlende Nährstoffaufnahme kommt es zu Blutarmut, Osteoporose mit Knochenschmerzen und Gewichtsabnahme, auch Hautausschläge ( vorwiegend Unterarme) mit Bläschen können auftreten.

Neben dem Vollbild der Erkrankung gibt es auch Verlaufsformen, bei denen nur einige wenige Syptome auftreten; auch bei unklarer Blutarmut, Haarausfall, Geschwüren im Mund, Periodenunreglmäßigkeiten und erhöhten Leberwerten sollte eine Zöliakie als Diagnose erwogen werden.

Die Diagnose wird durch die Entnahme von Dünndarm-Proben im Rahmen einer Magenspiegelung gestellt; weiterhin können im Blut bestimmte Antikörper nachgewiesen werden ( insbesondere bei der Untersuchung von Angehörigen als Suchtest zu überlegen) . Eine Diagnose-Stellung mittels der genannten Untersuchungen ist in der Regel nur möglich, wenn noch keine Behandlung in Form einer Diät-Umstellung stattgefunden hat; deswegen sollte vor der Einleitung einer Behandlung immer erst die Diagnose gesichert sein.

Die Behandlung erfolgt durch eine eingreifende Ernährungsumstellung; es müssen alle Nahrungsmittel, die Gluten enthalten, konsequent und lebenslang vermieden werden. Dies ist möglich, weil es mittlerweile viele Ersatzprodukte für die traditionell aus Weizen hergestellten Produkte gibt; allerdings sind diese oft recht teuer. .
In der Regel ist eine professionelle Diätberatung  sinnvoll; vor Einleitung einer Diät sollte die Diagnose aber einwandfrei gesichert sein.
Ein Zurück - Fahren der einmal begonnenen und durchgehaltenen Diät ist nicht so ohne weiteres möglich und zum Teil mit recht erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Auch aus diesem Grunde ist est notwendig, die Diagnose vor der Einleitung einer Behandlung zu sichern

Von der Zöliakie muss die Glutenunverträglichkeit abgegrenzt werden; hier kommt es nach der Aufnahme von Weizen etc zwar zu Durchfällen und Bauchschmerzen, die immunologisch vermittelten Veränderungen am Dünndarm und auch die Laborveränderungen sind nicht oder nur in minimalem Umfang nachweisbar.
Ein weiteres Krankheitsbild in diesem Bereich ist die Weizen- Allergie; auch hier fehlen die Veränderungen am Gewebe und im Labor, auch ist die Symptomatik anders: Nach der Aufnahme von Weizen kommt es zu Hautausschlägen oder Schwellungen im Gesicht, evtl. auch zu Luftnot und auch zum Durchfall, d.h. in der Regel ist hier nicht nur der Darm betroffen.

Endoskopie-Bild des Zwölffingerdarms bei Zöliakie

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