Praxis

Dr. Werner

Facharzt für innere Medizin, Bad Kreuznach

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M Crohn

Überblick

Der 
M. Crohn ist  eine Erkrankung des Verdauungssystems, die überwiegend jüngere Menschen und Kinder betrifft, aber auch in jeder anderen Altersgruppe auftreten kann.  Die Ursache der Erkrankung ist unbekannt. Die häufigsten Symptome bestehen aus Durchfall, Schmerzen im Bauchraum, Gewichtsverlust und Fieber, einige Betroffene habe auch Probleme außerhalb des Verdauungssystems, z.B. an der Haut, an den Gelenken oder an den Augen. 
Die Krankheit kann nicht ausgeheilt werden, aber durch Veränderungen des Lebensstiels und durch wirksame Medikamente kann die Erkrankung gemildert und eingedämmt werden.  Wenn Arzneimittel nicht den gewünschten Erfolg haben, kann der M. Crohn auch durch Operationen behandelt werden.

Ursache/ Risikofaktoren
Der M. Crohn gehört zu den Autoimmunerkrankungen ( wie z.B. auch Rheuma), aber die genaue Ursache für die Erkrankung ist nicht bekannt.  Bei Personen mit M. Crohn erkennt das Immunsystem des Körpers, das für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig ist,  die Innenwand des eigenen  Darms fälschlicherweise als körperfremd und bekämpft  diese. Es kommt hierdurch zu einer Entzündung der Darmwand mit Ausbildung von Geschwüren, die teilweise sogar bluten können, bei der Abheilung der Geschwüre kommt es zu Narben und Engstellen am Dar.
Der M. Crohn befällt üblicherweise den Dickdarm und das letzte Stück des Dünndarms ( Ileum), aber die Krankheitserscheinungen können den gesamten Verdauungstrakt betreffen, vom Mund bis zum After.
Der M. Crohn ist – wie die Colitis ulcerosa – eine entzündliche Darmerkankung. Diese Erkrankungen sollten nicht mit dem Reizdarm ( Irritabler Darm) verwechselt werden.

Verlauf
Der Verlauf des M. Crohn kann verschiedene Formen zeigen. In der Regel beginnt die Erkrankung mit einem akuten Schub mit starken Symptomen, der durch Behandlung oder auch von alleine abheilen kann. Bei einem Teil der Betroffenen ( 10 bis 20%) kommt es nach diesem ersten Schub zu keinen weiteren Verschlimmerungen der Erkrankung. Bei anderen Erkrankten folgt nach dem Schub eine Phase, in der die Erkrankung zwar noch vorhanden ist, aber wenig oder gar keine Symptome macht ( diese Phase wird Remission genannt). Dann plötzlich tritt wieder ein Schub auf, der erneut behandelt wird.
Bei einem geringen Teil der M. Crohn Patienten ist eine durchgreifende Besserung nach dem ersten Schub nicht zu erreichen, d.h. die Beschwerden gehen kontinuierlich weiter (wenn auch etwas abgeschwächter). Durch die Behandlung der Erkrankung kann erreicht werden, dass die Phasen der Beschwerdefreiheit länger andauern , Schübe weniger oft auftreten und der kontinuierliche Verlauf beendet werden kann. Eine völlige Ausheilung der Erkankung ist auch mit den modernsten Medikamenten nicht zu erreichen.
 
Symptome

Eines der häufigsten Symptome sind krampfartige Schmerzen im Bauch, vorwiegend im Mittel- und Unterbauch, oft auch rechts. Die Beschwerden dauern Minuten bis Stunden an und stehen nicht in Zusammenhang mit Infektionen ( Magen verdorben).
Ein weiteres häufiges Symptom sind Durchfälle, insbesondere wenn diese länger als 4 Wochen bestehen. Unter Durchfall versteht man eine Häufung der Stuhl- Entleerungen und eine vermehrte Flüssige Konsistenz des Stuhls.
Im Zusammenhang mit den Schmerzen und Durchfällen kann es auch zu Fieber kommen.
Weitere häufige Symptome sind Gewichtsverlust und Müdigkeit, bei Kindern auch fehlendes Längenwachstum.
Hinweis auf einen M. Crohn können auch kleine Geschwüre im Mundbereich ( Aphten) sein, die vorzugsweise am Rand der Zunge und im Bereich der Wange/ Unterlippe auftreten.
Häufiger kommt es auch zu Veränderungen an der Haut, bekannt sind z.B. umschriebene rote Flecken, die auch schmerzhaft sein können, im Bereich der Schienbeine beidseitig.
Am Auge kann es zu Schmerzen, vermehrter Lichtempfindlichkeit und Rötung kommen.
Manchmal sind auch Gelenkbeschwerden, die unabhängig von den Bauchsymptomen auftreten können, durch einen M. Crohn bedingt. Hierbei kommt es zu ( eher nächtlichen) Schmerzen im Lendenwirbel und Beckenbereich, evtl. sind auch große Gelenke wie Schulter und Knie meist symmetrisch betroffen.

Diagnose
Die Diagnose des M. Crohn ist nicht immer einfach zu stellen, sie wird oft erst verzögert gestellt. Wenn man aber den Verdacht auf diese Erkrankung wird, wird üblicherweise eine Labor- Untersuchung ( Entzündungswerte, Blutbild und auch Stuhl- Untersuchung), eine Ultraschall- Untersuchung ( evtl. sichtbare Darmwandverdickung) und vor allem eine Spiegelung des Dickdarms ( Koloskopie) durchgeführt. Für spezielle Fragestellungen gibt auch die Kernspin- Untersuchung des Darms/ Bauchs und die Kapsel- Endoskopie.
Die Anwendung und Durchführung der diagnostischen Methoden muss von Fall zu Fall zwischen  Arzt und Patient abgesprochen werden.

Medikamentöse Behandlung

Es gibt eine Reihe vom Medikamenten, die für die Behandlung des M. Crohn eingesetzt werden; nicht bei jedem Patienten wirken die Medikamente gleich, es gibt von daher kein „ bestes“ Medikament. Folgende Gruppen werden unterschieden.
Kortison
Bei Schüben, insbesondere bei etwas schwereren Schüben der Erkrankung wird Kortison als Tablette oder auch lokal als Schaum/ Einlauf  eingesetzt. Kortison unterdrückt die Entzündung, die ja die Ursache der Beschwerden ist, sehr wirksam, hat aber bei längerem Gebauch auch Nebenwirkungen. Hierbei sind zu nennen Gewichstzunahme, Veränderungen der Behaarung, Veränderungen der Psyche bis hin zur Depression und vor allem eine Knochenentkalkung.
Kortison wird deswegen in der Regel nur für 2 bis 3 Monate am Stück eingesetzt, die genannten Nebenwirkungen sind dann entweder nicht aufgetreten oder  wieder vollständig aufhebbar
Azathioprin/ Metotrexat: (Handelsname Imurek, Lantarel)  Diese Medikamente beeinflussen das körpereigene Immunsystem sehr stark und sorgen dafür, dass dieses geschwächt wird, so daß der Angriff auf körpereigenes Gewebe unterbleibt. Wegen ihrer hohen Wirksamkeit  müssen diese Medikamente  genau dosiert und kontrolliert werden. Wird die körpereigene Abwehr zu stark unterdrückt, können auch von außen herangetragene Infektionen nicht mehr richtig bekämpft werden und es kommt zu Lungenentzündungen, Leberentzündungen  usw.  Beide Medikmente können in der Schubbehandlung eingesetzt werden, meist werden sie jedoch, da sie relativ lange bis zum Wirkungseintritt brauchen,  zur Vorbeugung eines erneuten Schubes eingesetzt.
Biologicals: ( Handeslname Humira, Remicade) :In den letzten Jahren ist eine neue Substanzgruppe zur Behandlung des M.Crohn eingeführt worden, die in den normalen, biologischen Ablauf einer Entzündungsreaktion eingreifen. Auch diese Medikamente unterdrücken die körpereigene Abwehr, meist schneller und stärker als Azathioprin.  Daraus folgt, dass die Wirkung und Nebenwirkung dieser Medikamente sehr genau kontrolliert werden muss, damit Veränderungen des Blutbildes, die als häufigste Nebenwirkung auftreten, rechtzeitig erkannt werden können. Biologicals können sowohl im akuten Schub als auch zur Vorbeugung eines Schubs als Dauermedikation eingesetzt werden.

5 Aminosalicylate (5-ASA), Handelsname: Pentasa, Salofalk, Asasantin, Claversal): Diese Medikamente reduzieren die Entzündung im Verdauungstrakt. Sie wirken überwiegend im Dickdarm und vor allem im Enddarm, sie können als Tabletten oder auch als Zäpfchen, Einlauf oder Schaum eingenommen werden. Ihre Bedeutung beim der Behandlung des M. Crohn ist allerdings stark rückläufig.
Antibiotika: In bestimmten Situationen 
können Antibiotika zur Behandlung eingesetzt werden, vor allem wenn Infekte im Sinn von Abszessen oder Fisteln vorliegen...

Chirurgische Behandlung

Falls Medikamente die Symptome des M. Crohns nicht bessern oder beseitigen können, gibt es auch heute noch die Möglichkeit der Operation. Hierbei können stark befallene Darmabschnitte entfernt werden ( wobei dies möglichst sparsam durchgeführt werden soll), es können aber auch Komplikationen der Erkankung wie Engstellen im Darm oder Fistelbildungen behoben werden.  Auch der chirurgische Eingriff kann die Krankheit nicht beseitigen, es kann aber  zu einer Besserung der Beschwerden kommen.

 

Einfluss der Lebensweise
Manchmal können die Beschwerden der Crohn- Patienten durch die aufgegenommen Nahrung verschlimmert werden; es ist aber im Einzelfall nicht vorherzusagen, welche Nahrungsmittel das sind, und es ist von daher falsch, bestimmte Nahrungsmittelgruppen ( Milch, Schokoloade, Zucker, Fleisch) völlig von der Ernährung auszuschließen. Eine Diätberatung erscheint jedoch zur Abklärung dieser Fragen und auch zur Vermeidung einer Fehlernährung mit Vitamin- Mangel etc sinnvoll.
Rauchen verschlimmert die Symptome und den Verlauf der Erkrankung und sollte beendet werden; ein Rauchstopp ist mindestens so wirksam wie eine medikamentöse Behandlung mit  
5- ASA .
Bestimmte Medikamente ( wie z.B. Diclofenac) können die Erkrankung verschlimmern und sollten nicht eingenomme werden.
Seelische Belastungen können zur Verschlimmerung der Erkrankung beitragen; manchen Patienten hilft eine psychologische oder psychotherapeutische Begleitung.

 

M. Crohn und Berufstätigkeit
Bedingt durch den chronischen Verlauf der Erkrankung mit häufigeren AU- Zeiten durch 
wiederkehrende Schübe ist auch die Berufstätigkeit der meist jungen Patienten eingeschränkt. Anträge auf Grad der Behinderung sollten gestellt werden; gelegentlich kann auch – insbesondere bei körperlich anstrengender Tätigkeit – eine Umschulung etc. notwendig werden.

Schwangerschaft und M. Crohn
Grundsätzlich ist eine normale Schwangerschaft auch für Crohn- Patienten möglich; gut ist es , wenn in der Schwangerschaft kein akuter Schub auftritt, d.h. es wird in der Regel die laufende Medikation beibehalten oder sogar verstärkt. Das Missbildungs- Risiko ist unter der laufenden Medikation im Gegensatz zu früheren Vermutungen nicht wesentlich erhöht.

 

Weitere Informationen Weitere Informationen erhalten Sie von Ihrem Arzt, der Sie evtl. zur Diagnose und Therapie weiter verweisen wird.  Manche Ärzte, die sich häufiger mit der Erkrankung beschäftigen, haben sich auch im Netzwerk CED zusammengeschlossen ( auch wir sind Mitglied in diesem Netzwerk) Neben niedergelassenen Ärtzen gibt es auch spezielle Klinikambulanzen, in unserer Nähe z.B. die Crohnsprechstunde der Uni Mainz. Selbsthilfegruppen Für die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gibt es in Deutschland eine starke Selbsthilfe- Vereinigung, den DCCV.  ( Deutscher Crohn und Colitis Verein) . Hier können Sie sich über Grundlagen und Neuigkeiten der Erkrankung und  Therapie informieren, Sie können feststellen, ob Studien mit neuen, vielleicht wirksameren Therapieformen geplant sind, sie können auch Tips zur Lebensführung und zu sozialen Fragen erhalten.  Am einfachsten erreichen Sie den DCCV über das Internet ( www.dccv.de). Auch unsere Praxis ist Mitglied im DCCV. Manchmal hilft auch ein direkter Gedankenaustausch mit anderen Erkrankten; dies ist möglich in Ortsvereinigungen des DCCV, von denen auch eine in Bad Kreuznach existiert. Ansprechpartner ist hier:  Herr Oliver Steffen, Am Schloßgarten 11, 55545 Bretzenheim, 0671/4831450, bad-kreuznach@shg-dccv.de.

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