Praxis

Dr. Werner

Facharzt für innere Medizin, Bad Kreuznach

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Darmkrebs

Kolorektales Karzinom ( Darmkrebs)  Übersicht

Kolon und Rektum- Karzinom ( Darm- und Enddarmkrebs) sind bösartige Tumoren, die den letzten Teil des Verdauungstraktes betreffen: den Dickdarm und den Mastdarm.
Es ist ausgesprochen wichtig, einen solchen Tumor in einem frühen Stadium zu entdecken, weil dann eine Heilung durchaus möglich ist. Besonderen Wert hat in diesem Zusammenhang die Vorsorge- Darmspiegelung.

Symptome

Die häufigsten Zeichen des Dickdarmkrebses sind:
Bauchschmerzen, Veränderung des Stuhlverhaltens (  
entweder neu aufgetretener Durchfall oder zunehmende Verstopfung), Blutabgang beim Stuhlgang, allgemeine Schwäche oder Müdigkeit, niedriges Blutbild/ Eisen im Labor, dunkle oder schwarze Stuhlfarbe.
Darmkrebs ist eine Erkrankung vorwiegend des höheren Lebensalters; Erkrankung vor dem 45. Lebensjahr sind relativ selten. Zeitlebens liegt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, bei ca. 4 %.

Diagnose
Falls obige Symptome auftreten 
und der Verdacht auf einen Tumor besteht oder auch aus Gründen der Vorsorge wird zur Diagnose- Findung ( oder auch zum Ausschluss der Erkrankung) eine Darmspiegelung durchgeführt; die endgültige Diagnose erfolgt durch die Untersuchung von Gewebeproben, die im Rahmen einer solchen Untersuchung entnommen werden.
 Andere Methoden wie Ultraschall und Röntgen können nur in bestimmten, ausgewählten Fällen die Diagnose erfassen.

Stadieneinteilung
Wenn die Diagnose Darmkrebs gestellt wurde, ist der nächste Schritt die Bestimmung, wie weit fortgeschritten die Krebserkrankung ist. Dazu wird die Erkrankung in Stadien eingeteilt, die sich nach  Größe und Gewebsaufbau des Tumors, seiner Verteilung in Nachbarorgane und Lymphknoten und seiner Ausbreitung durch Tochtergeschwülste im Körper( vorzugsweise in Leber und Lunge) richten.
Die Einteilung, die dann zu 4 Stadien führt, ist nicht nur akademisch, sondern sie ist direkt mit der Wahrscheinlichkeit einer Heilung des Tumors vergesellschaftet.

Behandlung
Die Behandlung des Darmkrebes erfolgt chirurgisch, es kann darüberhinaus eine Chemotherapie und eine Bestrahlung vor oder nach der Operation erfolgen. Insbesondere wird die Bestrahlung beim Mastdarm- Karzinom zusätzlich zur Operation eingesetzt.
Beim Darmkrebs ist der erste Behandlungsschritt meist die Operation; hier wird ein Stück Darm entfernt und der Darm dann wieder zusammengenäht, ein künstlicher Ausgang ist in der Regel nicht notwendig. Abhängig von der Stadien- Einteilung erfolgt dann entweder keine Nachbehandlung oder eine unterstützende (adjuvante) Chemotherapie, die den Sinn haben soll, einzelne Tumorzellen, die sich vielleicht schon im Körper verbreitet haben, einzudämmen. Meist dauert die Chemotherapie 6 Monate.
Liegt eine Tochtergeschwulstbildung in der Leber vor, kann diese operativ entfernt werden. Auch bei diesem Vorgehen ist eine Heilung noch möglich. Falls eine weitere Verbreitung des Tumors oder nicht entfernbare Tochtergeschwülste vorliegen, kann eine Chemotherapie das Wachstum des Tumors abbremsen, auch wenn eine definitive Heilung nicht mehr möglich ist ( palliative Behandlung).

Beim Mastdarm-Karzinom kann ebenfalls direkt operiert werden; hier ist allerdings die Gefahr vorhanden, dass durch die Entfernung eines Enddarm- Abschnittes die Fähigkeit, den Stuhl einzuhalten ( Kontinenz) , aufgehoben wird. Dann ist die Anlage eines künstlichen Darmausganges ( Anus praeter) , über den dann mittels Beutel oder anderer Hilfsmittel der Stuhlgang abgeführt werden kann, notwendig.
In den letzten Jahren wird beim Mastdarm- Karzinom meist eine Röntgen- Bestrahlung vor der Operation durchgeführt; hierdurch verkleinert sich der Tumor, ggf. ist eine geringere Operation mit Erhaltung der Stuhlkontinenz möglich, die Gefahr einer Metastasierung sinkt. Allerdings verzögert sich durch dieses ( sogenannte neoadjuvante) Vorgehen der Zeitpunkt der Operation, die definitive Behandlung der Erkrankung dehnt sich auch hier über mehrere Monate aus.

Insgesamt ist die Behandlung des Darm/ Mastdarm-krebses gut untersucht und weitgehend in sogenannten Leitlinien festgelegt;  Sie können davon ausgehen, dass zumindest in den sogenannten  „Darmzentren“ entsprechend dieser Leitlinien behandelt wird und damit deutschlandweit eine gleichmässige Qualität der Versorgung des Darmkrebses gegeben ist.

Nachsorge
Nach überstandener Erstbehandlung ( Chirugie +/- Chemotherapie) ist es sinnvoll, den Erfolg der Behandlung zu überwachen. Hierfür gibt es – ähnlich wie die Leitlinien zur Behandlung – ebenfalls Leitlinien, die eine bestimmte Abfolge von Ultraschall- Untersuchungen , Laborbestimmungen und – weniger häufig – Darmspiegelungen vorsehen. Das Risiko, dass die Erkrankung noch streut und Tochtergeschwülste oder einen neuen Tumor hervorruft, ist insbesondere in den ersten beiden Jahren nach der OP erhöht. Nach 5 Jahren passt sich das Rückfall – Risiko dem Risiko der übrigen 
Bevölkerung an.

Darmkrebs und Familie
Darmkrebs kommt in bestimmten Familien gehäuft vor; wenn Sie einen Verwandten  mit Darmkrebs haben, der diese Erkrankung vor dem 60. Lebensjahr hatte, ist Ihr Risiko verdoppelt.  Haben Sie gar 3 Verwandte mit Darmkrebs oder hat einer Ihrer Verwandten in besonders jungem Alter ( weniger als 40 Jahre ) einen Tumor gehabt, könnte auch eine genetisch bedingte Erbkrankheit vorliegen, die ein besonderes Vorgehen zur Vorsorge oder auch Behandlung notwendig macht.

Ist ihnen eine solche Risiko- Konstellation bekannt, bringen Sie diese auf jeden Fall zur Sprache. Umgekehrt gilt auch im Faller Ihrer eigenen Erkrankung dieses Risikoerhöhung für Ihre Verwandten , z.B. für Ihre Kinder.

Zusammenfassung

Darm/ Mastdarmkrebs ist eine häufige Ekrankung; eine Heilung ist in den meisten Fällen, vor allem in Stadien, die nicht zu weit fortgeschritten sind, möglich und durch ein standardisiertes, 
gut untersuchtes Vorgehen deutschlandweit  garantiert. Eine Nachsorge wird in der Regel für 5 Jahre durchgeführt; ein familiäres Risiko sollte abgeklärt werden.  

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