Praxis

Dr. Werner

Facharzt für innere Medizin, Bad Kreuznach

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  4. Husten und Reflux

Vorgehen bei chronischem Husten

1. Chronischer Husten ist ein Husten, der mehr als 8 Wochen andauert.
2. Geht der Husten mit Symptomen einer gastroösophagealen Refluxerkrankung einher, also z.B. Sodbrennen oder Aufstoßen, dann kann ein Therapieversuch mit einem PPI in doppelter Standard-Dosis für 3 Monate versucht werden.(B). Einhergehend damit sollte eine Lebensstil-Änderung durchgeführt werden, d.h. Gewichtsabnahme, Schlafen mit erhöhtem Oberkörper und in Linkslage, Vermeidung bestimmter Lebensmittel nach Erfahrung, Abstand zwischen Essen und Hinlegen 3 Stunden.. Ist dieser Versuch erfolgreich, wird die PPI-Dosis auf das geringste, noch wirkende Maß heruntergefahren. Ist der Versuch nicht erfolgreich, wird eine ph- Metrie (A) oder eine Gastroskopie ( B) empfohlen
3. Bestehen beim Husten keine Refluxsymptome, sollte die Wahrscheinlichkeit des Refluxes festgestellt werden bzw. sollten andere Erkrankungen aus anderen Fachbereichen ausgeschlossen werden. Für die Wahrscheinlichkeitsfeststellung, ob chronischer Husten durch Reflux ausgelöst wird, kann z.B. der Hull-Fragebogen verwendet werden. Wenn hier mindestens 14 ( von 70) Punkten erreicht werden, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Refluxgenese hoch.
Erkrankungen, die ausgeschlossen werden sollten, sind laut ACCP-Leitlinie 2006: (A) Durch aktives oder passives Rauchen hervorgerufene Irritationen, es sollte kein ACE-Hemmer eingenommen werden, ein Röntgen-Thorax sollte normal sein, ein symptomatisches Asthma wurde entweder durch B-Mimetikum als DA oder durch einen Methacholin-Belastungstest ausgeschlossen, ein „upper airway cough Syndrom“ wurde durch die Anwendung alter H1-Reptorenblocker oder durch Untersuchung der NNH ausgeschlossen, eine eosinophile Bronchitis wurde durch provoziertes Sputum oder durch einen Behandlungsversuch mit einem Kortikoid- DA ausgeschlossen.
4. Wenn dies erfolgt ist, sollte eine Gastroskopie durchgeführt werden, zeigen sich bei der Gastroskopie Hinweise auf einen Reflux ( Erosionen, Hiatushernie, evtl. auch Histologie), sollte wiederum ein PPI- Behandlungsversuch wie oben ausgeführt, unternommen werden. (B) Wenn ein Behandlungsversuch über 3 Monate erfolglos war, sollte nicht das Mittel gewechselt werden, sondern eine ph-Metrie durchgeführt werden.
Zeigen sich keine Hinweise auf einen Reflux, wird eine ph- Metrie über 24 Stunden durchgeführt.
5. Ist die ph- Metrie unauffällig, kann eine symptomatische Behandlung des Hustens z.B. mit Morphin etc. überlegt werden.
6. Ist die ph- Metrie auffällig, erfolgt eine gut dosierte PPI- Einnahme ( s.o.), falls dies nicht zum gewünschten Erfolg führt, kann eine Impedanz-Messung mit der Suche nach schwachem Reflux durchgeführt werden.
7.Eine chirurgische Therapie kann erwogen werden, aber nicht ohne vorherige ph- Metrie ( nach Absetzen von PPI für 7 Tage). Liegt eine Motilitätsstörung im Ösophagus vor, sollte keine Operation durchgeführt werden ( A), war kein Ansprechen auf einen PPI festzustellen, ist die Hilfe durch die Operation gering ( B).
8. Für die symptomatische Behandlung des therapie-refraktären Hustens kann ein Low-dose Morphinsulfat oder Gabapentin versucht werden.

Literatur:  Smith, J.A: Chronic Cough, NEJM 2016, 375: 1544-51, Chen, JW: AGA Clinical Practice Update on the DIagnosis and Management of Extraoesophageal Gastroesophageal Reflux Disease: Expert View, Clinical Gastroenterology and Hepatology 2023, 21: 1414-21, Kahrias, PJ: Chronic Cough DUe to Gastroesophageal Reflux in Adults, Chest Guideline, Chest 2016, 150: 1341-60,

 

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